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Vorsteuerabzug aus Rechnungen: Wie detailliert muss Leistungsbeschreibung sein?

News   •   Jan 31, 2020 16:12 CET

Zum unbestimmten Rechtsbegriff "handelsübliche" Bezeichnung

Update II: Der V. und XI. Senat des BFH haben in zwei neuen Urteilen ihre bisherige Rechtsprechung weiter konkretisiert. Danach kann sich ein Unternehmer darauf berufen, dass die von ihm verwendete Bezeichnung in einer Rechnung "handelsüblich" im Sinne des § 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 5 UStG ist (und dem Leistungsempfänger somit den Vorsteuerabzug ermöglicht). Dies führt faktisch zu einer Umkehr der Beweislast, weil nun die Tatsacheninstanz ggf. mit Sachverständigen ermitteln muss, dass die verwendete Bezeichnung den Anforderungen in § 14 UStG nicht genügt, um den Vorsteuerabzug tatsächlich zu verwehren (vgl. BFH-Urteil vom 10.07.2019 - XI R 28/18).

Darüber hinaus kann auch bereits die Bezeichnung "Trockenbauarbeiten" den Anforderungen an die Leistungsbeschreibung genügen, wenn diese sich auf ein konkret bezeichnetes Bauvorhaben an einem bestimmten Ort bezieht (vgl. BFH-Urteil vom 15.10.2019 - V R 29/19 (V R 44/16)).

Empfehlung

Grundsätzlich gilt, das eine genaue Leistungsbeschreibung in den Ausgangs- und Eingangsrechnungen Vorteile für den Leistenden aber auch für den Leistungsempfänger bieten (Transparenz). Daher sollte die Leistungsbeschreibung möglichst detailliert ausfallen.

Sofern dies jedoch nicht möglich oder nicht gewollt ist, kann die Rechtsprechung der beiden Senate zur Abwehrberatung angeführt werden, wenn der Prüfer die Leistungsbeschreibung bemängelt. Mandanten, die vergleichsweise unzureichende Leistungsbeschreibungen angeben, sollten zur Sicherheit dennoch im Vorfeld auf das Risiko einer Beanstandung im Rahmen einer späteren Prüfung aufmerksam gemacht werden.

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