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Neuer Tarifvertrag für medizinische Fachangestellte tritt rückwirkend zum 1. April 2017 in Kraft

News   •   Sep 06, 2017 21:19 CEST

Steigerungen bei Gehältern und Ausbildungsvergütungen

Die Gehälter steigen rückwirkend zum 01.04.2017 um 2,6 Prozent. Zwei weitere Tarifanpassungen erfolgen zum 01.01.2018 sowie zum 01.04.2018


Auch die Ausbildungsvergütungen werden rückwirkend zum 01.04.2017 erhöht und zwar in allen drei Ausbildungsjahren um 30 Euro brutto monatlich, d.h. im 1. Ausbildungsjahr von derzeit 730 Euro auf 760 Euro, im 2. Ausbildungsjahr von 770 Euro auf 800 Euro und im 3. Ausbildungsjahr von 820 Euro auf 850 Euro. Auch hier erfolgen weitere Anhebungen der Ausbildungsvergütung zum 01.01.2018 und zum 01.04.2018.

Neu: 13. Gehalt wird ab 2018 Sonderzahlung

Das bisherige 13. Gehalt wird ab 2018 in eine Sonderzahlung umgewandelt: Ab dem kommenden Jahr wird die Hälfte des 13. Monatsgehalts auf die Monatsgehälter und Ausbildungsvergütungen umgelegt (Gehaltstabelle ab 01.01.2018) und die andere Hälfte wird als Sonderzahlung zum 1. Dezember ausgezahlt. Damit werden die in der Tariftabelle vereinbarten monatlichen Bruttogehälter und die Ausbildungsvergütungen ab Januar 2018 um 4,17 Prozent bzw. 1/24 angehoben.

Die Sonderzahlung soll die Liquiditätsengpässe vieler Praxen, die durch das 13. Gehalt alljährlich entstehen, deutlich vermindern. Gleichzeitig soll sie zukünftig stärker auf die Dauer der Praxiszugehörigkeit ausgerichtet sein: Den Anspruch erwerben MFA nach einer Wartezeit von sechs Monaten, Auszubildende nach einer Wartezeit von drei Monaten.

Erhöhung der Sonderzahlung ab dem 2. Jahr der Betriebszugehörigkeit

Außerdem wurde eine Erhöhung der Sonderzahlung ab dem 2. Jahr der Betriebszugehörigkeit vereinbart. Sie beträgt im Jahr 2018 55 Prozent, im Jahr 2019 60 Prozent und ab 2020 65 Prozent des Monatslohns.

Voraussetzung für den Bezug ist ein ungekündigtes Arbeitsverhältnis am 1. Dezember des jeweiligen Jahres. Bei Eigenkündigung durch MFA wird eine Rückzahlungsverpflichtung eingeführt. Sie gilt für den Fall, dass die oder der Beschäftige das Arbeitsverhältnis durch eigene Kündigung vor dem 31.03. des Folgejahres beendet. Diese Rückzahlungsverpflichtung reduziert sich nach drei Jahren auf die Hälfte und entfällt ab fünf Jahren Betriebszugehörigkeit.

Was ist zu tun?

Ohne Tarifbindung müssen nicht zwingend Gehaltsanpassungen vorgenommen werden. Wollen Sie dennoch die Gehälter Ihrer Mitarbeiter/innen auf Grund der neuen Tarifverträge anpassen oder enthalten Ihre Arbeitsverträge entsprechende Klauseln, setzen Sie sich bitte mit Ihrer zuständigen Lohnsachbearbeiterin in Verbindung. Wir helfen Ihnen gern, die gesetzlich erforderlichen oder individuell vereinbarten Anpassungen vorzunehmen.

Den neuen Mantel- und Gehaltstarifvertrag fügen wir diesem Artikel zum Download bei.

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ETL ADVISA Berlin-Wilmersdorf Steuerberatungsgesellschaft mbH, Rankestr. 17, 10789 Berlin, Tel: 030-726150-540

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