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Job-Tickets wieder steuerfrei

News   •   Apr 26, 2019 14:00 CEST

Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird gefördert

Die täglichen Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kosten Zeit und Geld. Deshalb freuen sich Arbeitnehmer, wenn der Chef die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln finanziell unterstützt oder einen Zuschuss zu den Treibstoffkosten leistet. So manches Unternehmen spendiert sogar ein Job-Ticket. Bislang war dies nur steuerfrei möglich, wenn der Arbeitgeber monatlich maximal 44 Euro für das Ticket ausgegeben hat. Nun gibt es eine bessere Alternative.

Tickets und Zuschläge sind begünstigt

Seit dem 1. Januar 2019 fallen für Job-Tickets weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge an. Voraussetzung ist, dass

  • die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden (Entgeltumwandlungen sind also nicht begünstigt) und
  • Aufwendungen für ein öffentliches Verkehrsmittel im Linienverkehr entstehen, z. B. für Einzelfahrscheine und Umweltkarten (Wochen-, Monats-, Jahreskarten) innerhalb der Verkehrsverbünde (Taxinutzung und Flüge sind nicht begünstigt).

Es spielt keine Rolle, ob der Arbeitgeber das Job-Ticket erwirbt oder einen Zuschuss zu einem vom Arbeitnehmer erworbenen Job-Ticket leistet. Unerheblich ist auch, ob der Zuschuss jeden Monat geleistet wird oder einmal im Jahr.

Hinweis

Der Vorteil muss auf der Lohnsteuerbescheinigung gesondert ausgewiesen werden und der Arbeitgeber muss nachweisen können, dass es sich tatsächlich um Job-Tickets handelt, z. B. durch eine Kopie des Vertrages oder der Tickets.

Entfernungspauschale wird gemindert

Die steuerfreien Leistungen werden auf die als Werbungskosten abziehbare Entfernungspauschale des Arbeitnehmers angerechnet.

Beispiel

Ein Arbeitgeber leistet im Januar 2019 einen Zuschuss zu einer Jahresumweltkarte in Höhe von 600 €. Der Arbeitnehmer nutzt diese an 230 Tagen für seine Fahrten in das von seiner Wohnung 15 Kilometer entfernte Büro.

Der Zuschuss ist in vollem Umfang steuer- und sozialversicherungsfrei. Er wird auf die Entfernungspauschale des Arbeitnehmers (230 Tage x 15 km x 0,30 €/km = 1.035 €) angerechnet. Der Arbeitnehmer kann nur noch 435 € als Werbungskosten abziehen bzw. den Werbungskostenpauschbetrag in Höhe von 1.000 € geltend machen, falls seine tatsächlich nachgewiesenen Werbungskosten 1.000 € nicht mehr übersteigen.

Auch Privatfahrten sind steuerfrei

Die Tickets dürfen auch für private Fahrten genutzt werden. Die Kosten müssen also nicht in einen steuerfreien und einen steuerpflichtigen Anteil aufgeteilt werden. Die Steuerbegünstigung gilt allerdings nur für Privatfahrten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Im Fernverkehr sind nur die Fahrscheine für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerfrei.

Hinweis

Zuschüsse zu den Arbeitswegen mit einem privaten Kraftfahrzeug des Arbeitnehmers sind weiterhin steuerpflichtig. Sie können jedoch – wie bisher – in Höhe der Entfernungspauschale (0,30 Euro je Entfernungskilometer) pauschal mit 15 % zzgl. SolZ und KiSt lohnversteuert werden, ohne dass zusätzlich Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Höhere Zuschüsse sind lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.

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