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Erhöhte Vorsicht bei der Kassenführung bei bargeldintensiven Betrieben!

News   •   Nov 02, 2018 14:00 CET

Unseren Erkenntnissen aus vielen Dutzenden Betriebsprüfungen nach, werden in der Zwischenzeit fast alle Kassen von den Finanzämtern als „nicht ordnungsgemäß“ beanstandet. Zudem werden (vor allem im Bereich der Gastronomie) zahlreiche Fälle der vermeintlich falschen Kassenführung als „Steuerhinterziehung“ angesehen und sofort an die Strafverfolgungsbehörden abgegeben.

Anhand der von uns begleiteten Betriebsprüfungen lassen sich unsere Feststellungen im Augenblick wie folgt zusammenfassen:

  • Die Finanzämter konzentrieren sich bei ihren Prüfungen sehr stark auf die Kassenführung.
  • Selbst kleinste Unklarheiten werden meist schon als grobe formelle und materielle Mängel qualifiziert, damit der Betriebsprüfer dann die Kassen-/Buchführung verwerfen und hinzuschätzen kann.
  • Die Hinzuschätzungen sind oft sehr hoch – gern bei rund 10% des Umsatzes. Aber auch Umsatzerhöhung zwischen 25% und 50% sind bereits festgesetzt und sogar von Finanzgerichten anerkannt worden.
  • Bei den Finanzgerichten stellen Streitigkeiten über die ordnungsgemäße Kassen- und Buchführung zurzeit bis zu 30% der Fälle dar (so z.B. beim Finanzgericht Münster); Tendenz steigend.
  • Die Argumentations- und Verhandlungsbereitschaft der Betriebsprüfer nimmt deutlich ab. Festgestellte „Fehler“ und die darauf folgenden Hinzuschätzungen können zum Teil kaum noch durch inhaltliche Argumente widerlegt werden.

Häufig festgestellte Mängel bei der Kassenführung in Betriebsprüfungen sind:

  • Offene Ladenkassen werden nicht täglich gezählt.
  • Bei elektronischen Registrierkassen wird gar nicht gezählt.
  • Stornos wurden unterdrückt (oder es sind gar keine Stornos zu finden).
  • Es bestehen Kassenfehlbeträge in größerer Anzahl oder Höhe.
  • Grundaufzeichnungen wurden gelöscht / Kassendaten wurden vernichtet / Kasse war plötzlich kaputt.
  • Es fehlten Einzelaufzeichnungen.
  • Bedienungsanleitungen, Handbücher und Programmierprotokolle fehlten.
  • Kasseneinlagen und -entnahmen wurden nicht zeitgerecht oder nur mit geschätzten Beträgen und ohne Beleg gebucht.
  • Einnahmen wurden nicht gebucht bzw. es gab nur unvollständige Aufzeichnungen von Kasseneinnahmen.

ACHTUNG⚠

Seit dem 1. Januar 2018 hat die Finanzverwaltung ein neues Instrument, mögliche Mängel bei der Kassenführung schneller und mit einer sehr viel höheren Wahrscheinlichkeit aufzudecken: die „Kassen-Nachschau“. Allein im Land Berlin ist geplant, dass jedes Jahr 10 % der Gastronomiebetriebe im Wege der Kassen-Nachschau überprüft werden.

Von daher empfehlen wir Ihnen dringend, sich mit den Anforderungen an eine ordnungsgemäßen Kassenführung auseinanderzusetzen.

Vor allem sollten diejenigen, die eine offene Ladenkasse (Geldkassette o.ä.) führen, darauf achten, dass sie die Kasse täglich zählen – und zwar im Wege eines sog. Kassenberichts und idealerweise ergänzt durch ein Zählprotokoll. Alle anderen Kassen sollten ebenfalls regelmäßig gezählt und dies protokolliert/dokumentiert werden.

Sehr gern unterstützen wir Sie bei Ihren Fragen in Ihrem individuellen Fall.

Meistens wird es sogar sinnvoll sein, einen „Kassencheck“ vorzunehmen. Bei solch einem „Kassencheck“ prüfen wir Ihr Kassensystem bei Ihnen vor Ort und analysieren Ihre Organisation sowie Ihren Umgang mit Bargeschäften sowie die entsprechende Konformität mit den Vorgaben der Finanzbehörden. Wir zeigen Ihnen Fehler und Schwächen auf und schlagen Ihnen passende Lösungen vor. Gerne begleiten wir auch die Umsetzung der Lösungen in Ihrem Unternehmen und erstellen mit Ihnen zusammen auch eine Verfahrensdokumentation. Damit weiß jeder Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen, wie er zu verfahren hat. So werden Fehler – und dadurch letztendlich Hinzuschätzungen des Finanzamtes – wirksam vermieden.

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